Die gefährlichsten Lügen sind die, die wir gerne glauben.

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Dienstag, 10. Mai 2011

Der Neid Heute

Schlagzeile in der wertlosengratis Zeitung "Heute": Jeder Manager kassiert bei uns 1,15 Millionen €.
  • Was denn? Jeder? Die verdienen alle gleich viel? Unabhängig von Position und Unternehmen? Dann wohl auch die Manager der Arbeiterkammer (die diese billige Polemik Untersuchung produzierte)? Im Kleingedruckten steht dann doch, dass hier von Durchschnittsgehältern von Vorständen (nicht allen Managern) und nur von den größten Unternehmen die Rede ist. Aber damit läßt sich natürlich nicht so schön der Neid schüren - daher steht dies nicht in der Schlagzeile, aus der die meisten Leser den ersten Eindruck mitnehmen. 
  • Apropos billige Polemik: in Österreich gibt man Gehälter in normalerweise monatlich an, im Kleingedruckten steht dass es sich hier um Jahresgehälter handelt: also durch 14 dividieren. Aber ein Jahresgehalt wo man normalerweise ein Monatgsgehlt liest klingt natürlich nach viel mehr. 
  • Noch billigere Polemik: die Aussage, dass die Manger mehr verdienen als im Krisenjahr 2009  - soll das eine Überraschung sein, dass man in  Nichtkrisenjahren mehr verdient als in Krisenjahren? (vor allem, wenn das Gehalt erfolgsabhängige Komponenten hat!) Was aber bleibt beim oberflächlichen Lesen hängen? Die Managergehälter steigen -pfui wie grauslich. Wie gesagt, gratisbillige Polemik.
  • Der Gipfel der Unehrlichkeit: Die Aussage "Jeder Manager kassiert bei uns". Es steht nicht Manager in Österreich kassieren, sondern "bei uns". Das suggeriert so nebenbei, dass deren Gehalt aus deiner und meiner Tasche kommt. Wer aber zahlt tatsächlich die Managergehälter? Die Unternehmer. Wenn die bereit sind solche Gehälter zu zahlen ist das wohl deren Sache (insbesondere die Frage, ob die Manager diese Gehälter wert sind ist Sache derer sie bezahlen, nicht unsere). Es betrifft uns nicht, aber der Vergleich macht uns neidig - und das ist wohl beabsichtigt.

Nicht zu vergessen: die Kosten für solch billige Polemik kassiert die AK bei uns (diesmal wirklich!): über die Beiträge zur Zwangsmitgliedschaft.


Lesetipp:
Helmut Schoeck: Der Neid : eine Theorie der Gesellschaft. siehe auch meine Lesestoff-Seite.

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Dienstag, 21. Dezember 2010

Zustand der Universitäten

Der "Epicurean Dealmaker" Blog hat ein mir sehr zutreffend erscheinendes Posting über den Zustand der (US) Universitäten, besonders was Literatur und Kunst angeht, verpackt als Antwort auf ein Email und in leicht sarkastischer Formulierung ("Sadly, my worldview is completely bereft of understanding or subtle appreciation for the finer points of Crypto-Columbian Transvestite Literature from the sub-Amazonian basin from 1953 onward. In other words—as your professors will gleefully tell you—I am a complete idiot.").
Das Posting ist auch für uns Österreicher lesenswert, viel besser ist es an unseren Universitäten auch nicht (Details dazu in einem späteren Kommentar).

Ein weitere Grund das obige Posting zu lesen scheint mir, dass es eine gesunde Weltsicht reflektiert. Eine der wenigen Arten die Welt wirklich zu verbessern wäre, wenn wir lernen könnten Aussagen wie die folgende zu verstehen und zu beherzigen (wenigstens abgesehen von der etwas drastischen Ausdrucksweise):