So eine Aufregung, nur weil der Herr Treichl das Offensichtliche ausgesprochen hat?
Nun, ausnahmsweise muss ich zur Verteidigung der Politiker antreten: Mein Verdacht ist, dass sie in gewisser Hinsicht schon wissen was sie tun. Gerade in dem Beispiel, das Herr Treichl gebracht hat: die neuen Vorschriften für Banken (und ähnliche für Versicherungen) machen es schwerer an Private Geld zu verborgen als an Staaten. Eine wirtschafltiche "Blödheit" der östereichischen Politiker, dagegen nicht aufzutreten? Ja, wenn es ihnen um eine gut funktionierende Wirtschaft ginge (die natürlich Voraussetzung ist damit die Menschen ihre Bedürfnisse befriedigen können).
Aber vielen Politikern geht es mehr darum, anderer Leute Geld umzuverteilen (bereits 30% der gesamten Wirtschaftleistung!). Von diesem Standpunkt aus gesehen ist es natürlich wichtiger, dass sich Staaten billiger finanzieren können - noch dazu wo die großen Umverteilungsbrocken noch gar nicht schlagend geworden sind: die ungedeckten Pensionsversprechen. Wer zu feig ist einzugestehen, dass die Versprechungen unrealistisch (oder unehrlich) waren kommt natürlich in Versuchung, das Geld anderer zum Kaschieren der Probleme zu verwenden. Ungarn und Argentinien haben es uns schon vorexerziert und Privatpensionen enteignet.
Vorschriften die "nur" den Staat gegenüber Privaten bevorzugen sind subtiler, gehen aber in die gleiche Richtung. Langfristig schadet das natürlch dem Land, aber bis zur nächsten Wahl wird das schon nicht offensichtlich werden. Ist das blöd von den Politikern? Kommt drauf an worum es denen wirklich geht ...
P.S.: Wer nun behauptet, Staatsschulden wären ja tatsächlich sicherer, sei erinnert: Irland wurde noch vor ca. zwei Jahren die höchstmögliche Kreditwürdigkeit nachgesagt, heute gilt es mit Griechenland und Portugal als hochriskant. So schnell können die Politiker den Kredit (der übrigens vom Wort "credere": "glauben, trauen" kommt) ruinieren.
Die gefährlichsten Lügen sind die, die wir gerne glauben.
Lesevorschlag für Erstbesucher: 1.) Gerechtigkeit, ein Kabarett? 2.) Fairness für alle? Ja schon, aber doch nicht für ...
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Dienstag, 17. Mai 2011
Feig und blöd?
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Pensionen,
Politiker,
Umverteilung
Mittwoch, 27. April 2011
"Wir werden nicht bloß älter. Wir leben auch immer länger, immer gesünder. "
Die FAZ hatte am Wochenende einen sehr interessanten Artikel zum Thema Altern. Dieser sollte Pflichtlektüre für alle sein die sich zu Pensionen äußern. Eine kleine Kostprobe (den ganzen Artikel gibt es hier):
Ganz meine Ansicht. Aber ist es nicht eigenartig, dass wir etwas als "radikal" empfinden das einerseits längerfristig sowieso unvermeidbar und andererseits der Lebensqualität zuträglich ist (vergleiche oben)?
"Empirische Studien bestätigen, dass eine Beschäftigung das Leben verlängert und Müßiggang den Tod beschleunigt. Männer, die vorzeitig ihre Arbeit aufgeben, verfallen geistig und körperlich. Vergleichende Aufmerksamkeitstest und Gehirnjogging, mal von Erwerbspersonen, mal von Frührentnern unternommen, gehen regelmäßig zu Gunsten der arbeitenden Menschen aus."
"Wer noch arbeitet, äußert den Wunsch, rasch aufzuhören, und lässt sich von Frühverrentungsprogrammen verführen, zumal diese häufig gut dotiert sind. Doch Studien zeigen, dass sich die Frühaussteiger schon bald an ihre Arbeit zurücksehnen und dem täglichen Ärger mit dem Chef und den Kollegen nachtrauern.""Die einfachste und zugleich radikalste Folgerung aus der Langlebigkeit wäre es, den fixen Renteneintritt ganz abzuschaffen und dem dynamischen Lebensalter anzupassen. "
Ganz meine Ansicht. Aber ist es nicht eigenartig, dass wir etwas als "radikal" empfinden das einerseits längerfristig sowieso unvermeidbar und andererseits der Lebensqualität zuträglich ist (vergleiche oben)?
Mittwoch, 16. Februar 2011
30% und noch stolz darauf
Dem "Sozialbericht" 2009-2010 ist zu entnehmen, dass 2009 bereits mehr als 30% der gesamten österreichischen Wirtschaftsleistung umverteilt werden (siehe S.14: "Im Jahr 2008 wurden 28,3% der jährlichen wirtschaftlichen Wertschöpfung über öffentliche Umverteilung [...] ausgegeben. [...] 2009 ist die Sozialquote gemäß vorläufiger Zahlen [...] über 30% [...].").
Als Vergleich: 30% des Bruttoinlandsproduktes 2009 entspricht in etwa dem ganzen BIP 1981 (nominell, siehe Statistik Austria) oder dem BIP von Ungarn oder Neuseeland (siehe Weltbank).
Aber wen wunderts? Lesen wir doch auf Seite 7: "Seit 1970 ist das durchschnittliche Pensionszugangsalter bei den Direktpensionen um 3,1 Jahre gesunken." Man geht früher in Pension, hat aber eine 6,3 Jahre höhere Lebenserwartung (für 60jährige: 1970 Männer 14,9 Jahre Frauen 18,8 Jahre; 2009 Männer 21,2 Jahre Frauen 25,1 Jahre, Daten siehe Statistik Austria). Klar, dass denen die die Wirtschaftsleistung tatsächlich leisten immer tiefer in die Tasche gegriffen werden muss um so ein System am Leben zu erhalten.
Faszinierend ist nur, dass der Bericht ganz so klingt als wären die Linksumverteiler auch noch stolz darauf, knapp ein Drittel des in Österreich erarbeiteten an sich zu reissen.
Siehe auch:
Gerechtigkeit, ein Kabarett?
Fairness für alle? Ja schon, aber doch nicht für ...
Pensionsproblem? Eigentlich nicht.
Als Vergleich: 30% des Bruttoinlandsproduktes 2009 entspricht in etwa dem ganzen BIP 1981 (nominell, siehe Statistik Austria) oder dem BIP von Ungarn oder Neuseeland (siehe Weltbank).
Aber wen wunderts? Lesen wir doch auf Seite 7: "Seit 1970 ist das durchschnittliche Pensionszugangsalter bei den Direktpensionen um 3,1 Jahre gesunken." Man geht früher in Pension, hat aber eine 6,3 Jahre höhere Lebenserwartung (für 60jährige: 1970 Männer 14,9 Jahre Frauen 18,8 Jahre; 2009 Männer 21,2 Jahre Frauen 25,1 Jahre, Daten siehe Statistik Austria). Klar, dass denen die die Wirtschaftsleistung tatsächlich leisten immer tiefer in die Tasche gegriffen werden muss um so ein System am Leben zu erhalten.
Faszinierend ist nur, dass der Bericht ganz so klingt als wären die Linksumverteiler auch noch stolz darauf, knapp ein Drittel des in Österreich erarbeiteten an sich zu reissen.
Siehe auch:
Gerechtigkeit, ein Kabarett?
Fairness für alle? Ja schon, aber doch nicht für ...
Pensionsproblem? Eigentlich nicht.
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Umverteilung
Samstag, 18. Dezember 2010
Pensionsproblem? Eigentlich nicht.
Bekanntlich werden in unserem staatlichen Pensionssystem die Pensionen nicht durch die früheren Beiträge der jetzigen Pensionisten bezahlt, sondern durch die heute Erwerbstätigen (welche wiederum auf die Güte und Schaffenskraft zukünftiger Generationen vertrauen müssen), das sogenannte Umlagesystem. Da in Zukunft die Zahl der Pensionsbezieher schneller steigt als die der Erwerbstätigen gibt es klarerweise über kurz oder lang ein Problem (ob "kurz" oder "lang" hängt vom Unterschied der Wachstums- bzw. Schrumpfungsraten ab. Wie in einem früheren Posting ausgeführt ist das einem (für Private illegalen) Pyramidenspiel.nicht ganz unähnlich.
Sollten wir also das Pensionssystem umstellen, sodass während des Arbeitslebens angespart/investiert wird und die Pension dann aus dem angesparten Betrag fließt?
Sollten wir also das Pensionssystem umstellen, sodass während des Arbeitslebens angespart/investiert wird und die Pension dann aus dem angesparten Betrag fließt?
Montag, 13. Dezember 2010
Über Pyramiden und Pensionen
Vor zwei Jahren, am 11.Dezember 2008, ist in den USA das bisher größte "Pyramidenspiel" aufgeflogen: der Betrug von Herrn Madoff hat einen Schaden in der Größenordnung von 50 Milliarden US-Dollar.
Die Idee eines Pyramidenspiels (auch Schneeballsystem genannt) ist ganz einfach: Man verspricht Investoren ertragreiche Veranlagung ihrer Gelder, als "Beweis" bekommen die ersten, die ihr Geld zurück wollen, dieses hoch verzinst zurück - einfach bezahlt aus den frischen Einlagen der neuen Investoren.
Die Idee eines Pyramidenspiels (auch Schneeballsystem genannt) ist ganz einfach: Man verspricht Investoren ertragreiche Veranlagung ihrer Gelder, als "Beweis" bekommen die ersten, die ihr Geld zurück wollen, dieses hoch verzinst zurück - einfach bezahlt aus den frischen Einlagen der neuen Investoren.
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